Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse

Direktlink:
Inhalt; Accesskey: 2 | Hauptnavigation; Accesskey: 3 | Servicenavigation; Accesskey: 4
Wissenschaftlicher Stand / Empfehlungen >> Nacht- und Schichtarbeit >> Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse

Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse

Zusammenfassung der wesentlichen gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse zur Nacht- und Schichtarbeit:

Was sind gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse?

  • Die Anpassung der biologischen Körperrhythmen (z.B. Schlaf-Wach-Rhythmus, Verdauung) an Nachtarbeit gelingt selbst bei vielen Nachtschichten hintereinander nur teilweise. Bislang gibt es keine wissenschaftlich belegte Methode (z.B. helles Licht während der Nachtschicht) oder Medikament diese Anpassung annähernd vollständig zu erreichen.
  • Im Allgemeinen erhöht Schichtarbeit unter Einbezug von Nachtarbeit das Risiko für ...
    • Schlafstörungen
    • Störungen des Verdauungsapparates, Appetitlosigkeit
    • Herz-Kreislauf-Beschwerden
    • Psychovegetative-Beschwerden, innere Unruhe, Nervosität
    • Familiäre Beeinträchtigungen für die direkt betroffenen Schichtarbeitenden selbst und für die indirekt betroffenen Familienmitglieder, z.B. schlechtere Schulleistungen der Kinder
    • Beeinträchtigungen der sozialen Teilhabe, z.B. soziale Kontakte und Aktivitäten
  • Mit zunehmender Anzahl aufeinanderfolgender Nachtschichten steigt das Risiko für ...
    • ein sich anhäufendes Schlafdefizit und Müdigkeit
    • Fehlleistungen und Unfälle
  • Mit zunehmender Anzahl aufeinanderfolgender Frühschichten mit frühem Beginn steigt das Risiko für ...
    • ein sich anhäufendes Schlafdefizit (kurze Nachtschlafzeit!) und Müdigkeit während der Frühschicht
  • Dauernachtarbeit erhöht in besonderem Maße das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen
  • Dauerspätschichten, Dauernachtschichten und regelmäßige Arbeit am Wochenende erhöhen in besonderem Maße das Risiko für familiäre und soziale Beeinträchtigungen
  • Kurz-vorwärts-rotierende Schichtsysteme (z.B. 2 Früh-, 2 Spät-, 2 Nachtschichten) sind im Vergleich zu lang-rotierenden Schichtsystemen (z.B. wochenweiser Wechsel der Schichtart) gesünder und sozialverträglicher. In der Praxis haben sich kurz-vorwärts-rotierende Systeme bewährt! Lang-rückwärts-rotierende Systeme weisen demgegenüber immer die häufigsten Beschwerden auf
  • Personenorientierte Maßnahmen (z.B. ärztliche Kontrolle, richtiges Schlaf- und Ernährungsverhalten, gezielte Teilnahme am sozialen Leben) können das Risiko für gesundheitliche und soziale Beeinträchtigungen verringern


Einen guten und leicht verständlichen Überblick der wissenschaftlichen Belege liefern die Publikationen:

Knauth, P. & Hornberger, F. (1997) Schichtarbeit und Nachtarbeit.
pdf-Downlod

BEST-Broschüre "Schichtarbeit und Gesundheit" (2000) pdf Download

Fachaufsatz über das Thema Nacht- und Schichtarbeit mit neuesten empirischen Daten von Dr. Beate Beermann von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.


 

Downloads und Tools

Checkliste
Schichtplan [PDF]
Online-Check Schichtarbeitende
[ONLINE-TOOL]
Checkliste 12-Stunden-Schichten
[PDF]

Kontakt

Prof. Dr. Friedhelm Nachreiner

Postanschrift
GAWO e.V.
Achterdiek 50
26131 Oldenburg
Tel: 49 (0)441 21719445
Fax: 49 (0)441 21719446