Beispiel 3

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Praxisbeispiel 3

Kleine Belegschaften ??? Umstellung auf verlässlichen Dienstplan

Ausgangslage

In diesem kleinen, vollkontinuierlichen Produktionsbetrieb wurde der Dienstplan bestenfalls Woche für Woche festgelegt. In der Regel wussten die Mitarbeiter 1-2 Tage im Voraus, wann ihre nächste Schicht sein sollte. Die Folgen sind klar:
??¢ Planbarkeit von Familien- und Freizeitaktivitäten ist kaum möglich
??¢ Häufige, sehr kurzfristige Einsätze zur Vertretung von Ausfällen
??¢ Ungesunde, teilweise ungesetzliche Schichtfolgen, auch durch Nichteinhaltung der Ruhezeiten

Rahmenbedingungen

Bild 1

Die Mindestbesetzung im Verlauf der Woche ist stets gleich (Bild 1). In jeder Schicht werden immer zwei Mitarbeiter gebraucht, die an zwei unterschiedlichen Maschinenanlagen die Produktion fahren. Außer in den drei Nachtschichten von Freitag bis Sonntag sowie in der Samstag Früh- und Spätschicht muss lediglich ein Mitarbeiter anwesend sein, da dann eine Anlage steht.

Die Belegschaft in diesem Produktionsbetrieb besteht insgesamt aus 10 Vollzeitmitarbeitern.

Die Schichten sind 8,25 Stunden lang abzgl. 30 Minuten Pause ergibt eine Arbeitszeit von 7,75 Stunden

Die tarifliche Wochenarbeitszeit beträgt 38,0 Stunden, 30 Tage Urlaub, 5% Krankenstand, sonstige Fehltage pro Jahr und Arbeitnehmer 3 Tage

Ziele

Erstellung eines Schichtplans, der folgende Anforderungen erfüllen muss:
??¢ Verlässlicher und langfristiger Schichtplan, der eine Planung des sozialen Lebens ermöglicht
??¢ Alle 10 Mitarbeiter sollen in einem Plan rotieren, gerechte Verteilung der Schichten auf die Mitarbeiter
??¢ Vertretung von Fehlzeiten (Krankheit, Urlaub??¦) fest einplanen und vorhersehbar machen
??¢ Gesunder, nach ergonomischen Kriterien gestalteter Schichtplan

Handlungsschritte und Lösung

1. Schritt:

Erstellung eines 10-Gruppenplans mit einer Person pro Schichtgruppe. Der Schichtbedarf aus Bild 1 wird auf die 10 Gruppen verteilt. Bild 2 zeigt einen möglichen Rhythmus von vielen. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit beträgt 28,68 Stunden.

Bild 2

2. Schritt:

Einfügen von flexiblen Schichten, die zur Vertretung von Fehlzeiten eines kranken oder im Urlaub befindlichen Kollegen genutzt werden können. Für den Mitarbeiter ist daher eine flexible Schicht immer ein voller Arbeitstag. Welche Schicht (Früh, Spät oder Nacht) tatsächlich gearbeitet werden muss, wird in der Fehlzeiten- und Feinplanung vorgenommen. Schaut man sich die Lage der flexiblen Schichten in Bild 3 genau an, wird schnell deutlich, dass fast nie alle drei Schichtarten beliebig eingesetzt werden können, will man die gesetzlichen Ruhezeiten einhalten. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit beträgt nun 38,75 Stunden.

Bild 3

Bewertung der Lösung:

Negativ: Positiv:
- Drei lange Arbeitsblöcke von 7 bzw. 8 Arbeitstagen in Folge + Alle 10 Mitarbeiter rotieren in einem verlässlichen und langfristigen Schichtplan
+ Vertretungen von Fehlzeiten in allen Schichten (Früh, Spät, Nacht) sind fest einplant
+ Kurzer Vorwärtswechsel
+ Lange Freizeitblöcke nach den Nachtschichtfolgen
+ Max. 4 Nachtschichten hintereinander

Fazit:

Die Mitarbeiter können nun endlich ihr soziales Leben planen. Weiter verbessert werden muss noch die ergonomische Qualität des Plans, die drei langen Arbeitsblöcke von 7 bzw. 8 Arbeitstagen hintereinander sind zuviel. Dies geht dann natürlich zu Lasten der längeren Freizeitblöcke.
Ein Arbeitszeitkonto muss zur Kontrolle und Erfassung der Arbeitszeiten geführt werden!

(Bildquelle: Software BASS - Der Personal und Schichtplaner)


 

Downloads und Tools

Mitarbeiterfragebogen
Bewertung neuer Schichtplan [DOC] [PDF]
Auswertungstool
Bewertung neuer Schichtplan [EXCEL]
Checkliste
Schichtplan [PDF]
Checkliste
Schichtprojekt [PDF]

Frei- / Bringschichten
Rechner
[EXCEL] [ONLINE-TOOL]
Checkliste 12-Stunden-Schichten [PDF]

Kontakt

Prof. Dr. Friedhelm Nachreiner

Postanschrift
GAWO e.V.
Achterdiek 50
26131 Oldenburg
Tel: 49 (0)441 21719445
Fax: 49 (0)441 21719446