Arbeitswissenschaftliche Empfehlungen

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Wissenschaftlicher Stand / Empfehlungen >> Nacht- und Schichtarbeit >> Empfehlungen

Empfehlungen


Es ist eindeutig bewiesen: Nacht- und Schichtarbeit, wenn sie kontinuierlich und häufiger geleistet wird, kann in besonderem Maße die Gesundheit gefährden und das soziale Leben stark beeinträchtigen. Negative Auswirkungen sind: Schlafstörungen, Magen- und Darmbeschwerden, möglicherweise ein erhöhtes Brustkrebsrisiko, schlechtere Schulleistungen der Kinder, soziale Isolation, erhöhtes Risiko für Arbeits- und Wegeunfälle...

Die Antwort von Betroffenen, angesprochen auf ihre Schichtarbeit und das damit verbundene soziale und gesundheitliche Risiko, lautet häufig: ???Diesen Schichtplan fahren wir schon jahrelang, man hat sich dran gewöhnt!" oder auch ???Da muss man mit fertig werden, da kann man nichts machen, irgendwie muss das Geld ja verdient werden!" Kann man wirklich nichts machen, um das Risiko zu minimieren? Doch, man kann.

Es gibt zwei Ansatzpunkte:

Eine gesundheitsfördernde und sozialverträgliche Schichtplangestaltung
Aus den gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zur Nacht- und Schichtarbeit lassen sich eine Reihe von Empfehlungen ableiten, wie ein Schichtplan gesundheitsförderlich und sozialverträglich gestaltet werden sollte. Oberstes Ziel ist dabei der Erhalt von Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten.

Auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) gibt dazu offizielle Empfehlungen!

Gesundheitsbewusstes und sozial aktives Verhalten
Ein gesunder Schlaf, eine gute Ernährung, ausreichend Bewegung - das sind nur einige Bereiche, in denen jeder Schichtarbeitende selbst etwas tun kann. Es ist wie immer - wer aktiv etwas für seine Gesundheit und sein psychosoziales Wohlbefinden tut, kann die negativen Auswirkungen ungünstiger Arbeitsbedingungen, und das bleibt Nacht- und Schichtarbeit auch bei bester ergonomischer Gestaltung, ganz erheblich vermindern.
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Welcher Ansatz sollte unter einer Arbeitsschutzperspektive bevorzugt werden?
Das ist einfach zu beantworten: Laut Arbeitsschutzgesetz § 4 sind Gefahren an ihrer Quelle zu bekämpfen! Das bedeutet, nicht der Mensch soll sich an schlechte Arbeitsbedingungen anpassen müssen, sondern die Arbeitsbedingungen müssen an den Menschen mit seinen biologischen und psychosozialen Voraussetzungen angepasst werden. Somit ist ein schlecht gestalteter Schichtplan eine Gefahrenquelle und sollte zuerst beseitigt werden.

Knauth (1997, Seite 29) schreibt dazu und daran hat sich bis heute eigentlich nichts geändert:

"Bei dem gegenwärtigen Erkenntnisstand erscheint es sinnvoller, die Anpassungsprobleme der Schichtarbeiter über eine angemessene Schichtplangestaltung zu lösen. Wenn man die Tagesrhythmik physiologischer Funktionen -trotz Nachtarbeit- so nah wie möglich am Normalzustand belassen möchte, d.h. so wenig wie möglich Umstellungen zumuten will, muß man sich gegen Dauernachtarbeit und für kurz rotierende Schichtsysteme entscheiden..."

 

 

Downloads und Tools

Checkliste
Schichtplan [PDF]
Online-Check Schichtarbeitende
[ONLINE-TOOL]
Checkliste 12-Stunden-Schichten
[PDF]

Kontakt

Prof. Dr. Friedhelm Nachreiner

Postanschrift
GAWO e.V.
Achterdiek 50
26131 Oldenburg
Tel: 49 (0)441 21719445
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